moslavina

Die Geschichte Moslavinas wo Meer, Wein und Menschen die Landschaft geprägt haben – teil eins

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Wenn eine Region des kontinentalen Kroatiens einen unverwechselbaren Fingerabdruck besitzt, dann ist es Moslavina. Dies ist kein Ort, den man in ein oder zwei Tagen vollständig kennenlernt, denn er verlangt und verdient einen viel persönlicheren Zugang. In einer zweiteiligen Artikelserie auf unserem Blog zeigen wir, was Moslavina das ganze Jahr über so sanft und erlebenswert macht. Weinberge, Waldwege, Aussichtspunkte und herzliche Menschen prägen diese Landschaft, in der der Lebensrhythmus im Einklang mit der Natur steht.

Vom Pannonischen Meer zu fruchtbaren Hügeln

Vor sehr langer Zeit waren die heutigen Hügel der Moslavina vom Pannonischen Meer bedeckt, das sich während des Miozäns und Pliozäns über nahezu zehn heutige europäische Länder erstreckte. Dieses Meer entstand hauptsächlich durch die Hebung der Alpen und der Dinariden und bildete eine riesige, mit Wasser gefüllte Senke von etwa 200.000 Quadratkilometern, mit Tiefen von bis zu 1.000 Metern.

Durch tektonische Bewegungen und klimatische Veränderungen trocknete das Meer allmählich aus und verschwand vor etwa 600.000 Jahren. Zurück blieb die fruchtbare Pannonische Tiefebene, mit Seen und Feuchtgebieten wie dem Balaton in Ungarn oder dem Lonjsko Polje in Moslavina. Das Meer hinterließ wertvolle geologische Schichten aus Sedimenten sowie Vorkommen von Erdöl und Erdgas, an denen Moslavina reich ist.

Diese geologische Vergangenheit ist auch der Grund für die besonders fruchtbaren Böden der Region, auf denen bis heute zahlreiche Kulturen gedeihen. Sie bildete die Grundlage für die fruchtbaren Hügel Moslavinas, aus denen hervorragende Weine hervorgehen.

Weinkultur mit tiefen historischen Wurzeln

Der Name Moslavina wird oft mit Wein in Verbindung gebracht, stammt jedoch nicht davon ab. Er geht auf das mittelalterliche Gebirge Mons Claudius zurück, das heute als Moslavačka Gora bekannt ist. Aufmerksame Besucher können dort sogar Fossilien aus dem ehemaligen Pannonischen Meer entdecken, die von Einheimischen als steinerne Muscheln bezeichnet werden.

Schon zur Zeit des römischen Kaisers Claudius, dessen Verwaltungs- und Militärzentrum im nahegelegenen Siscia lag, beschrieben die Römer die südlichen Hänge der Moslavačka Gora als Hügel guter Weine. Moslavina gilt bis heute als Heimat autochthoner Rebsorten wie Škrlet, Moslavac und Dišeća Ranina. Besonders Škrlet erreichte einen wichtigen Meilenstein, als drei seiner Klone offiziell anerkannt wurden, wodurch er zur ersten systematisch gebrandeten kroatischen Rebsorte wurde, bekannt für frische, fruchtige und aromatische Weine.

Die natürlichen Voraussetzungen dieses Weinbaugebiets, kombiniert mit dem Wissen und der Hingabe der lokalen Winzer, verleihen den Weinen Moslavinas ihren unverwechselbaren Charakter. Am besten lassen sich diese Aromen entlang der Weinstraßen zwischen Kutina und Popovača erleben, wo Weintradition und Landschaft miteinander verschmelzen. Viele Winzer bieten neben Verkostungen auch regionale Spezialitäten und Übernachtungsmöglichkeiten an und schaffen so ein ganzheitliches Erlebnis aus Genuss, Kultur und Gastfreundschaft.

Geschichte Landschaften und Bewegung

Die Geschichte menschlicher Besiedlung in Moslavina reicht bis in die Steinzeit zurück. Spuren der Illyrer, Römer und später des Mittelalters finden sich in zahlreichen archäologischen Stätten. Bedeutende Burgen wie Garić und Jelengrad zeugen von einer bewegten Vergangenheit, während die Nähe zu wichtigen Zentren wie Siscia und Čazma die historische Entwicklung der Region prägte.

Ab dem 15. Jahrhundert war Moslavina von osmanischen Einfällen betroffen, was zu Unsicherheit und Bevölkerungsrückgang führte. Nach dem Ende dieser Bedrohung begann eine Phase der Erneuerung, die im 18. und 19. Jahrhundert durch Landwirtschaft, Weinbau und Forstwirtschaft geprägt war. Im 20. Jahrhundert veränderten Erdöl- und Erdgasförderung die Region grundlegend.

Heute liegt Moslavina an der Schnittstelle dreier kroatischer Gespanschaften und bewahrt ihre stille, authentische Identität. Am besten entdeckt man sie aktiv, etwa auf über 300 Kilometern gut ausgebauter Radwege, die durch Weinberge, Dörfer und Naturlandschaften führen und besonders im Naturpark Lonjsko Polje ein einzigartiges Erlebnis bieten.

Dies ist erst der Anfang. Im nächsten Teil unserer Moslavina-Reihe widmen wir uns der regionalen Küche, besonderen Ausflugszielen und charmanten Ferienhäusern, die Sie auf unserer Plattform Destination Green Croatia entdecken können.